Zäsur

Im Jahr 2017 änderte sich in Deutschland das gesellschaftliche und politische Klima in Bezug auf Flüchtlinge und Migration. In Europa und in Deutschland stehen nun Ziele wie Abschottung und Abschreckung im Vordergrund. Außen wird zur Migrationskontrolle die EU-Grenze faktisch nach Afrika verlegt. Innen werden zur Migrantenkontrolle Sonderinstitutionen und Sonderinstrumente geschaffen bzw. ausgebaut, die auf Bundesebene, auf Länderebene und auf kommunaler Ebene vor allem auch der Abschreckung, Segregation und Kontrolle dienen.

Noch in den Jahren 2013 bis 2016 konnte ich zum Aufbau einer sich auf ganz Nordrhein-Westfalen erstreckenden Struktur zur Beratung zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse für das Land Beiträge entwickeln und umsetzen. Nachdem bei dieser Struktur Mängel in der Versorgung und Qualitätssicherung immer offensichtlicher wurden, machte ich dem Land in einem Schreiben im Dezember 2016 Vorschläge und bot meine weitere Mitarbeit an. Das wurde nun nicht mehr aufgegriffen. Stattdessen wurde ich im Jahr 2017 aus der Beratungsarbeit auf dem Gebiet Anerkennungsberatung herausgedrängt.

Das Interesse an einer professionell und nachhaltig unterstützten Integration von Fachkräften aus dem Ausland, die im Inland leben, sinkt in Deutschland seit dem Jahr 2017 und ist vermutlich kaum noch existent. Zumindest wirken die Programme und Aktivitäten widersprüchlich. So vereinbarten Mitte 2017 die Parteien, die in NRW die Regierung bilden, einen Arbeitsstab zum professionellen Aufbau des „Rückkehrmanagements“ einzurichten. Damit werden auch auf Landesebene die neuen Schwerpunkte der Politik deutlich. Der Ausländeranteil im Land soll dort, wo es möglich erscheint, gesenkt werden.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung habe ich mich dazu entschlossen, meine Beratungstätigkeit in NRW einzustellen. Noch im Jahr 2018 werde ich meine berufliche Existenz am Standort Frankfurt am Main beginnen, neu aufzubauen.

 


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