Positionen zur Berufsordnung

Mit einer Berufsordnung für freie Anerkennungsberater kann das Qualifikationsniveau der Beratung gesichert werden. Anerkennungsberatung betrifft den Umgang der Staaten mit den Urkunden zu Bildungsabschlüssen jeweils anderer Staaten. Es dürfte unstrittig sein, dass hierzu neben umfangreicher methodischer und sozialer Kompetenz in der Beratungsarbeit sowie ausreichend Lebenserfahrung eine dezidierte fachliche Qualifikation zählt.

Es wird eingeschätzt, dass eine mindestens 14-tägige fachliche Grundlagenschulung und das Bestehen einer darauf aufbauenden Zulassungsprüfung erforderlich sind, sowie eine sich daran anschließende Teilnahme an regelmäßig stattfindenden Pflichtfortbildungen.

In Bezug auf die Ausübung der Tätigkeit müsste mindestens das Äquivalent zu einer Halbtagsstelle regelmäßig nachgewiesen werden, um überhaupt ausreichend in der Berufspraxis verankert zu sein. Gefordert werden eine verbindliche Regelung zu derartigen Standards sowie ein Mechanismus zu dessen Gewährleistung. Es wäre insofern stets transparent zu machen, inwieweit bei etwaigen beruflichen Angeboten derartige Standards erfüllt werden.

Neben dieser qualifikatorischen Basis bedarf es neuer Zugangsregelungen für die Finanzierung. Gefordert wird, dass Beraterinnen und Berater als Selbstständige selbst die vorhandenen Finanzierungen beantragen und abrechnen können. Dies ist derzeit in NRW nicht möglich. Zwar gibt es ein Finanzierungsinstrument, aber Berater erhalten dazu keinen direkten Zugang.

Stattdessen können die 16 sogenannten Regionalagenturen in NRW den Zugang auch von freien Beraterinnen und Beratern zum Beratungsmarkt faktisch bestimmen. Regionalagenturen sind zwar öffentlich finanziert, jedoch nicht demokratisch legitimiert. Sie können, wie es scheint, ihre Machtposition und die sie umgebende Intransparenz nutzen, um vom Land finanzierbare Angebote in Regionen zu verhindern, ohne dies öffentlich oder Beteiligten gegenüber begründen zu müssen.

Mehr zu den Regionalagenturen: Regionalagenturen

Weiterhin muss klar sein, dass die Aktenführung und -verwahrung zu den Beratungen bei den selbstständigen Beraterinnen und Berater liegt. Auch diese Selbstverständlichkeit ist in NRW leider längst noch nicht gewährleistet.

 


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