Kunst und Kultur als Branche

Nicht erst die weltweite Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 schärfte das Bewusstsein für die Gefahr der Instabilität der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Wirtschaft in Deutschland verzeichnet bereits seit geraumer Zeit keine hohen Wachstumsraten mehr. Ab dem Jahr 2000 sind niedrige Wachstumsraten typisch. Das bedeutet, dass die Wirtschaftsleistung tendenziell stagniert. Gerade auch um das Jahr 2000 war die Arbeitslosigkeit in Deutschland recht hoch. Die Politik befürchtete, dass für die die Spielräume kleiner werden, über Steuern eingenommenes Geld ausgeben zu können. Von daher gingen Wirtschaftspolitiker in Deutschland dazu über, genauer zu analysieren, wie sich welche Sektoren entwickeln und in welchen Wirtschaftsbereichen überhaupt Chancen für zu zukünftige Wachstums- und Beschäftigungsimpulse bestehen.

Anknüpfend an Pionierstudien in Nordrhein-Westfalen erschloss man in Deutschland um das Jahr 2000 diesbezüglich auch den Bereich Kunst und Kultur. Für diesen Bereich war politisch bislang nur die Kulturpolitik zuständig. Nun verwiesen Wirtschaftspolitiker darauf, dass Künstlerinnen und Künstler dadurch, dass sie ihre Einnahmen dem Finanzamt melden und versteuern, Subjekte der Wirtschaft sind und damit Teil des Systems der Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft. Auf künstlerische Produktion aufbauende Gewerbesektoren seien ebenfalls für die Volkswirtschaft bedeutsam.

Deshalb solle zur wirtschaftlichen Standortsicherung Deutschlands nun auch die nun so bezeichnete Kulturwirtschaft staatlich beobachtet und bei Bedarf gefördert werden. Hierzu zählen so unterschiedliche Bereiche wie Musikwirtschaft, Buchmarkt, Theater, Architektur und Design. Aber auch Werbung und Softwareentwicklung für die Informationstechnologie werden je nach Definition der Kreativwirtschaft, wie der Sektor auch genannt wird, hinzugerechnet.

Städte, Regionen und Bundesländer begannen, für ihr jeweiliges Territorium die entsprechenden potenziell wirtschaftlich relevanten kreativen Aktivitäten zu analysieren und Potenziale für eine Weiterentwicklung und Förderung zu identifizieren. Auf den Bereich zugeschnittene Maßnahmen wurden entwickelt. Dies umfasst z. B. Beratung, Schulungen, infrastrukturelle Förderung und Messeförderung.


Zentrales Referenzprojekt


Organisation eines Businessplanwettbewerbs in Nordrhein-Westfalen

Entwicklung eines integrierten Modells für die Organisation des neuen Businessplanwettbewerbes StartART zur Förderung von Gründungen in der Kunst und Kulturwirtschaft in Nordrhein-Westfalen mit den Ebenen Informationsveranstaltung, Zirkeln mit Beratungs- und Schulungsmodulen sowie Begleitzirkeln
Organisation der Umsetzung des Businessplanwettbewerbs, der in drei Runden stattfand; mit den Veranstaltungen wurden ca. 900 Gründerpersonen erreicht; an dem Wettbewerb beteiligten sich 333 Personen mit 227 Unternehmenskonzepten; Koordination des Beraterpools
Arbeitgeber: G.I.B. Landesberatungsgesellschaft mbH, Bottrop (2001 bis 2002)

Mehr Informationen zur Wirtschaftsberatung durch Bertram Abel:


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