Erhöhen der Selbstständigenquote

90 Prozent aller Menschen, die in Deutschland einer Erwerbsarbeit nachgehen, sind abhängig beschäftigt. 10 Prozent sind selbstständig tätig. Damit liegt Deutschland mit der Selbstständigenquote nicht im vorderen Feld. In Zeiten, in denen die Arbeitslosigkeit hoch war, ist das politische Bestreben besonders stark, alle Möglichkeiten der Förderung der Schaffung von Erwerbsarbeit zu nutzen, damit die Arbeitslosenquote wieder sinkt. Immer wieder gab es daher in Deutschland Bemühungen, Gründungen von Unternehmen zu fördern.

Von High-Tech-Unternehmensgründungen abgesehen, entsteht ein Teil neu gegründeter Unternehmen nicht selten aus Arbeitslosigkeit. Das bedeutet, dass in dem im Weg in die Selbstständigkeit eine Möglichkeit gesehen wird, die eigene Arbeitslosigkeit zu beenden. Auch Migrantinnen und Migranten wählen relativ häufig diesen Weg. Die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland verfügt seit langem über Ansätze, genau an dieser Stelle auch Unterstützung zu leisten.

Die Bundesagentur für Arbeit ist eine bundesweit tätige Behörde und ein wesentlicher Träger im System der gesetzlich geregelten Sozialversicherung in Deutschland. Bei Löhnen und Gehältern werden Versicherungsbeiträge nach vorgegebenen Prozentwerten und bis zu bestimmten Limits eingezogen, welche die Bundesagentur für Arbeit verwaltet. Die regionalen Arbeitsagenturen zahlen Geld an arbeitslos gewordene Menschen, die zuvor durch entsprechende Einzahlungen von Arbeitslosenversicherung einen Anspruch darauf erworben haben.

Aber auch ohne die Zahlung von Transferleistungen können Arbeitsagenturen Unterstützung leisten. Dies betrifft Menschen, die sich als arbeitssuchend melden. Zudem besteht mit den Jobcentern eine enge Verflechtung. Hier gelten andere gesetzliche Grundlagen. Maßgebliches Prinzip ist das der Bedürftigkeit. Sie muss vorliegen, um eine daraufhin ermittelte Zahlung nach vorgegeben Werten erhalten zu können.

Arbeitsmarktpolitiker beachten bei der Förderung von Beschäftigung die jeweils spezifischen Zugänge und Erfolgsfaktoren. Während diejenigen, die eine abhängige Beschäftigung suchen, sich bei Unternehmen und Institutionen bewerben, gehen diejenigen, die sich selbstständig machen wollen, anders vor. Hier kommt es darauf an, eine Idee zu haben und diese zu einem schlüssigen und tragfähigen Konzept weiter zu entwickeln. Um Institutionen gegenüber nachweisen zu können, dass man über ein solches Konzept verfügt, benötigt man einen Businessplan.

Da die meisten Existenzgründerinnen und Existenzgründer keine Erfahrung mit der Erstellung von Businessplänen haben, ist es sinnvoll, sie dabei zu unterstützen. Hinzu kommt, dass es bei Gründung aus Arbeitslosigkeit oftmals um einen beruflichen Umstieg geht und zudem häufig keine ausreichenden Finanzmittel für die Gründung vorhanden sind. Damit ergibt sich ein oftmals komplexer Unterstützungsbedarf. Arbeitsagenturen und Jobcenter bedienen sich Einrichtungen, die darauf spezialisiert sind, den potenziellen Gründerinnen und Gründern bei der Konzeptentwicklung zu helfen. Sie selbst leisten zudem häufig mit Zuschüssen zusätzlich Hilfestellung.


Zentrales Referenzprojekt


Leitung eines Existenzgründungsbüros in Berlin   

Entwicklung eines integrierten Modells für ein Existenzgründungsbüro beim Arbeitsamt Berlin-Mitte mit den Ebenen Informationsveranstaltung, Zirkeln mit Beratungs- und Schulungsmodulen sowie Vertiefungsberatungen
Umsetzung des Konzeptes in den Räumen des Arbeitsamtes mit 700 Kontaktierungen des Büros und 250 Personen, die an den vom Büro angebotenen Beratungs- und Schulungsangeboten teilnahmen; Koordination des Beraterpools
Arbeitgeber: JobOfficeBerlin Unternehmensberatungs- und Personalentwicklungsgesellschaft mbH, Berlin (1999 bis 2000)

Mehr Informationen zur Wirtschaftsberatung durch Bertram Abel:


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